
Was ist Microdosing? Ein Blick auf Wirkung, Dosierung und Risiken
Microdosing ist in den letzten Jahren immer populärer geworden, insbesondere im Zusammenhang mit psychedelischen Substanzen wie LSD, Fliegenpilzen und Psilocybin.
Doch was genau bedeutet Microdosing, welche Effekte werden damit verbunden, und gibt es Risiken?
In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über Microdosing, seine potenziellen Vorteile und Nebenwirkungen sowie die aktuelle wissenschaftliche Lage dazu.
Was ist Microdosing?
Unter Microdosing versteht man die regelmäßige Einnahme einer sehr geringen Menge einer psychoaktiven Substanz. Die Rede ist hier von einem Zehntel oder Zwanzigstel einer üblichen Dosis, die für einen Trip notwendig wäre.
Beim Microdosing geht es nicht darum, halluzinogene Effekte hervorzurufen, sondern vielmehr darum, mögliche kognitive, kreative oder therapeutische Vorteile zu nutzen, ohne eine volle psychedelische Erfahrung zu haben.
Typischerweise wird Microdosing mit LSD oder Psilocybin (dem Wirkstoff aus Magic Mushrooms) durchgeführt. Während eine klassische Trip-Dosis von LSD etwa 100 bis 200 Mikrogramm beträgt, liegt eine Mikrodosis bei etwa 5 bis 20 Mikrogramm LSD. Bei Psilocybin-Pilzen entspricht eine Mikrodosis etwa 0,1 bis 0,3 Gramm getrockneter Pilze.
Welche Effekte hat Microdosing?
Befürworter von Microdosing berichten häufig von positiven Effekten wie:
- Erhöhte Kreativität: Viele Konsumenten berichten, dass sie unter Microdosing kreativer und einfallsreicher arbeiten können.
- Bessere Konzentration: Einige Nutzer empfinden eine verbesserte Aufmerksamkeit und geistige Klarheit.
- Stimmungsaufhellung: Microdosing sorgt des Öfteren auch für bessere Stimmung und emotionale Ausgeglichenheit.
- Erhöhte Produktivität: Einige Menschen berichten, dass sie durch Microdosing fokussierter und motivierter im Alltag sind.
- Mögliche therapeutische Wirkung: Es gibt Hinweise darauf, dass Microdosing helfen könnte, Depressionen, Angstzustände und PTSD zu lindern.
Ist LSD als Medikament denkbar?
Die Frage, ob LSD als Medikament eingesetzt werden kann, ist noch nicht vollständig geklärt. Während einige Studien Hinweise auf therapeutische Effekte liefern, fehlen bislang umfassende klinische Untersuchungen, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Microdosing wissenschaftlich zu bestätigen.
Forscher untersuchen die potenziellen medizinischen Anwendungen von LSD und Psilocybin. Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass regelmäßige geringe Dosen positive Effekte auf die Psyche haben könnten.
Wie sieht eine typische Microdosing-Dosierung aus?
Beim Microdosing gibt es verschiedene Protokolle. Eines der bekanntesten stammt von Dr. James Fadiman, einem Pionier auf diesem Gebiet. Sein Microdosing-Protokoll sieht vor:
- Einnahme von etwa 10 Mikrogramm LSD oder 0,1 g Psilocybin-Pilze
- Alle drei Tage eine Dosis, um Toleranzentwicklungen zu vermeiden (also immer 2 Pause Tage)
- Kein Microdosing über einen längeren Zeitraum (meist wird ein 4- bis 8-wöchiger Zeitraum empfohlen)
- Microdosing erfolgt in der Regel mit LSD auf Löschpapier (sogenanntes Plotterpapier), das in kleine Stücke geschnitten wird.
- Alternativ kann LSD in flüssiger Form weiter verdünnt werden, um eine exakte Dosierung zu ermöglichen.
Risiken und Nebenwirkungen von Microdosing
Obwohl viele Menschen positive Erfahrungen mit Microdosing machen, gibt es auch mögliche Risiken:
Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden: Seltene, aber mögliche Nebenwirkungen.
Toleranzbildung: Regelmäßige Einnahme kann dazu führen, dass die Wirkung mit der Zeit abnimmt. Deshalb rät Fadiman dazu, genügend Pausetage einzulegen.
Ist Microdosing gefährlich?
Grundsätzlich ist LSD in Mikrodosen nicht toxisch, das heißt, es führt nicht zu körperlichen Schäden. Laut der forensischen Toxikologie gibt es bislang keine Hinweise auf toxische Organschäden durch Microdosing.
Allerdings gibt es noch nicht genügend Langzeitstudien, um die langfristigen Auswirkungen sicher zu beurteilen.
Pharmakologen hatten einst befürchtet, dass LSD möglicherweise Veränderungen an den Herzklappen hervorrufen könnte – ein Risiko, das auch bei anderen Medikamenten beobachtet wurde, die an denselben Rezeptoren wirken.
Eindeutige Belege dafür gibt es bislang jedoch keine.
Rechtliche Lage
Spricht man von Microdosing, so kommt man um die Substanzen LSD und Psilocybin nicht drum herum. Doch wie sieht das in Deutschland mit der Gesetzeslage aus? Magic mushrooms sind doch schließlich illegal, oder nicht?
Nach dem Urteil des königlichen niederländischen Gerichts, welches psilocybinhaltige Trüffel endgültig zum Genussmittel erklärte, änderte sich die Lage im gesamten europäischen Binnenmarkt.
Da ein genaueres Eingehen auf das Thema den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, habe ich euch zu dem Thema einen Link angefügt.
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Was sagt die Wissenschaft zu Microdosing?
Während viele Menschen an die positiven Effekte von Microdosing glauben, ist die wissenschaftliche Lage nicht ganz eindeutig. Übersichtsstudien zu Microdosing deuten darauf hin, dass einige der berichteten Vorteile möglicherweise auf den Placebo-Effekt zurückzuführen sind.
Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht warnt zudem, dass die Nebenwirkungen von Microdosing noch nicht vollständig abschätzbar sind. Besonders bei Menschen mit psychischen Vorerkrankungen wie Angststörungen oder bipolaren Störungen könnte Microdosing risikobehafteter sein.
Einige Forscher weisen darauf hin, dass höhere Dosen nicht unbedingt gefährlich sind, aber ungewollte psychedelische Effekte auslösen können. Beim Microdosing mit LSD oder Psilocybin ist eine präzise Dosierung entscheidend, um unerwartete Effekte zu vermeiden.
Außerdem würde ein Vorteil des Microdosings durch zu hohe Dosen verloren gehen, und zwar die Alltagstauglichkeit. Eine verantwortungsvolle Nutzung ist also Grundvoraussetzung.
Fazit: Funktioniert Microdosing wirklich?
Microdosing ist ein faszinierendes Tool mit vielversprechenden Ansätzen, insbesondere im Bereich der Kreativität, Konzentration und möglicherweise auch der Behandlung von Depressionen. Allerdings fehlen noch umfassende wissenschaftliche Belege für die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit. Doch genau das macht es so spannend, dass wir Teil der Forschung sind und sehen, wie wir immer mehr Erkenntnisse über dieses faszinierende Thema erlangen.
Wer Microdosing betreibt, sollte sich der potenziellen Risiken und Nebenwirkungen bewusst sein und genau auf die Dosierung achten.
Ob Microdosing von LSD oder Psilocybin oder sogar Fliegenpilz tatsächlich eine revolutionäre Methode zur Selbstoptimierung ist, wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Was feststeht ist jedoch, dass es bereits jetzt Tausende Menschen auf der ganzen Welt in ihrem Alltag begleitet und ihnen dabei hilft, Aufgaben zu erledigen, produktiver und kreativer zu sein.
Bis zum nächsten Mal :)